Von den ersten Schmetterlingen zu einer erfüllten Beziehung

Die Entwicklung einer Partnerschaft, Liebesbeziehung oder Ehe ist ein spannender Prozess, der verschiedene Phasen durchläuft. Hier sind die typischen Phasen, die ein Paar vom ersten Kennenlernen bis zu einer wirklich erfüllten Beziehung durchläuft:

 
Nicht jede Beziehung nimmt exakt diesen Ablauf  und die Übergänge von  Phasen können fließend sein. Manche Paare erleben bestimmte Phasen intensiver oder kürzer als andere.


Die Kennenlernphase von der ersten Begegnung bis zu einigen Wochen:

Hier geht es darum, sich überhaupt erst einmal zu beschnuppern und herauszufinden, ob eine Verbindung besteht.

  • Typische Verhaltensweisen:
    • Man trifft sich auf einen Kaffee oder geht gemeinsam aus, um sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen. Gespräche drehen sich oft um Hobbys, Interessen und allgemeine Vorstellungen vom Leben.
    • Man tauscht Nachrichten aus, schreibt sich hin und wieder oder telefoniert, um den Kontakt aufrechtzuerhalten und mehr voneinander zu erfahren.
  • Typische Erlebnisse:
    • Aufregung und Neugierde vor jedem Treffen, das Gefühl von „Kribbeln“ im Bauch. Man ist gespannt, was der andere zu erzählen hat und ob man Gemeinsamkeiten entdeckt.
    • Unsicherheit, ob das Interesse gegenseitig ist und ob man sich „richtig“ verhält. Man möchte einen guten Eindruck hinterlassen und vermeidet vielleicht noch allzu persönliche Themen.

  1. Die Verliebtheitsphase im Zeitraum von einigen Wochen bis ca. 1,5 Jahre

Diese Phase ist geprägt von starken Emotionen, rosaroten Brillen und dem Wunsch, möglichst viel Zeit miteinander zu verbringen.

  • Die typischen Verhaltensweisen:
    • Häufige Dates, intensive Gespräche bis in die Nacht, man möchte den anderen immer wieder sehen und alles über ihn erfahren.
    • Zärtlichkeiten wie Händchenhalten, Küssen und Kuscheln werden ausgetauscht. Man zeigt sich gegenseitig Zuneigung und genießt die körperliche Nähe.
  • Typisches Erleben:
    • Starke Gefühle von Glück, Euphorie und Schmetterlingen im Bauch. Man sieht den Partner/die Partnerin durch die rosarote Brille und blendet mögliche negative Eigenschaften noch aus.
    • Das Gefühl, den perfekten Menschen gefunden zu haben und sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen zu können. Die Gedanken kreisen ständig um den anderen.

  1. Die Phase der Ernüchterung/Realität die einige Monate bis mehrere Jahre anhält:

Die rosarote Brille beginnt zu verblassen und man sieht den Partner/die Partnerin realistischer mit all seinen Stärken und Schwächen.

  • Typische Verhaltensweisen:
    • Der Alltag kehrt ein. Man verbringt zwar noch viel Zeit miteinander, aber die anfängliche Euphorie lässt nach. Unterschiedliche Meinungen und Gewohnheiten treten deutlicher hervor.
    • Es kommt möglicherweise zu ersten Konflikten und Diskussionen. Man muss lernen, Kompromisse einzugehen und mit den Unterschieden des anderen umzugehen.
  • Typisches Erleben:
    • Erste Zweifel und Enttäuschungen, wenn man feststellt, dass der Partner/die Partnerin nicht perfekt ist. Man erkennt, dass es auch Meinungsverschiedenheiten gibt.
    • Die Herausforderung, die Beziehung im Alltag zu integrieren und neben anderen Verpflichtungen und Interessen Raum für den Partner/die Partnerin zu schaffen.

  1. Die Phase der Auseinandersetzung/Krise die unterschiedlich lange andauern kann, aber nicht zwingend auftreten muss:

In dieser Phase werden die Unterschiede und Konflikte deutlicher. Es kann zu Machtkämpfen und dem Wunsch und der unausgesprochenen Hoffnung kommen, den anderen zu verändern.

  • Typische Verhaltensweisen:
    • Häufige Streitereien und Diskussionen, bei denen es um unterschiedliche Bedürfnisse, Werte oder Vorstellungen geht.
    • Rückzug und Distanzierung vom Partner/von der Partnerin. Man fühlt sich unverstanden und zieht sich innerlich zurück.
  • Typisches Erleben:
    • Gefühle von Frustration, Enttäuschung, Wut und Trauer. Man zweifelt an der Beziehung und fragt sich, ob sie noch eine Zukunft hat.
    • Die Notwendigkeit, sich mit den eigenen Bedürfnissen und denen des Partners/der Partnerin auseinanderzusetzen und Lösungen für die Konflikte zu finden.

  1. Die Phase der Intimität in der reifen, langfristigen Liebe:

Wenn die vorherigen Phasen gut gemeistert wurden, erreicht die Beziehung eine tiefe Ebene der Verbundenheit, des Vertrauens und der Akzeptanz.

  • Typische Verhaltensweisen:
    • Ehrliche und offene Kommunikation über Gefühle, Bedürfnisse und Ängste. Man fühlt sich sicher und geborgen beim Partner/bei der Partnerin.
    • Gegenseitige Unterstützung in schwierigen Zeiten und gemeinsames Wachstum. Man teilt Freud und Leid miteinander und steht sich gegenseitig bei.
  • Typische Erlebnisse:
    • Tiefe Verbundenheit, Vertrauen und Akzeptanz des Partners/der Partnerin mit all seinen Stärken und Schwächen. Man fühlt sich angenommen und geliebt, so wie man ist.
    • Gemeinsame Ziele und Werte, die die Beziehung tragen und eine stabile Basis für die Zukunft bilden. Man erlebt eine tiefe emotionale und geistige Verbundenheit.

Ich hoffe, diese Beschreibung hilft dir, die verschiedenen Phasen einer Beziehung besser zu verstehen. 

Liebe ist kein sich plötzlich ergebendes Ereignis (wie man es mit "verliebt sein" fälschlicherweise manchmal glaubt gleichsetzten zu können)
sondern der gegenseitige Aufbau von Respekt, Wertschätzung, Verlässlichkeit, Fairness und positiver emotionaler Resonanz.

Ein gemeinsamer Weg der Zeit und die Bereitschaft, sich wirklich auf den Partner einzulassen erfordert.

Und dann auch richtig belohnt wird.